Vorwort

Als Ergebnis aus zwanzig Jahren Forschung gehört Will H.L. Ogrincs monumentale Arbeit zu dem Genre, das in der Dokumentationswissenschaft bibliografisches Nachschlagewerk genannt wird. Da sie sich mit einem besonderen Themengebiet befasst, könnte sie in Abgrenzung zur allgemeinen Bibliografie auch als Spezialbibliografie bezeichnet werden. Speziell ist sie aber auch deshalb, weil das behandelte Thema in vielerlei Hinsicht mitunter so heikel ist, dass es der Zensur anheimfällt. Die Löschung freier kollektiv erstellter Enzyklopädien (wiki), die es im Internet in verschiedenen Sprachen lange gab und die sich der Päderastie widmeten (Boywiki), bestätigt dies.

International ist sie zweifellos. Sie wäre es schon ohnehin gewesen, wenn sie sich nur auf die fünf europäischen Hauptsprachen beschränkt hätte. Doch die alphabetische Liste der Sprachen, die in der vorliegenden Arbeit berücksichtigt wurden, ist wahrlich beeindruckend: Afrikaans, Bulgarisch, Chinesisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Esperanto, Finnisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Irisch, Isländisch, Italienisch, Japanisch, Kroatisch, Lateinisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch. Sogar einige Dialekte sind darin vertreten.

Aus zeitlicher Sicht ist sie zugleich retrospektiv (der älteste Eintrag ist auf 1508 datiert) und laufend bzw. aktuell, denn sie erstreckt sich bis ins Erscheinungsjahr 2017.
Obwohl der Verfasser die Vollständigkeit anstrebte, nannte er sie eine Auswahlbibliografie. Damit hat er insofern Recht, als er eine Auswahl hinsichtlich der Gewichtung der berücksichtigten Sprachen getroffen hat. Dennoch wurden Werke mit sehr geringer Auflage nicht außer Acht gelassen (das Werk mit der kleinsten hier verzeichneten Auflage hat gerade mal zwei Exemplare). Sogar einige unbekannte Manuskripte sind verzeichnet. Die vorliegende Bibliografie ist teils analytisch, da bestimmte Einträge mit einer kurzen (englischsprachigen) Notiz versehen sind, teils deskriptiv, da sie auf die verschiedenen Ausgaben mancher Bücher näher eingeht.

In ihrer jetzigen Form bildet dieses bibliografische Nachschlagewerk einen wichtigen Meilenstein nicht nur für die Dokumentationswissenschaft überhaupt, sondern vor allem auch für das in ihrem Titel angekündigte Themengebiet: Von der Bedeutung her ist noch nie etwas Vergleichbares erschienen. Vermutlich wird in absehbarer Zeit auch nichts Vergleichbares mehr erscheinen.
Pierre-Paul Proud'hon

Inhaltsverzeichnis

1. Bibliografien

2. (Auto-)Biografien, Tagebücher, Briefe

3. Bildende Künste (inkl. Film und Fotografie, Biografien und Sekundärquellen)

4. Literatur

    4.1. Autoren von Romanen und Kurzgeschichten (inkl. Biografien und Sekundärquellen)
    4.2. Dramatiker (inkl. Biografien und Sekundärquellen)
    4.3. Lyriker (inkl. Biografien und Sekundärquellen)

5. Komponisten, Musiker, Tänzer und Choreografen (inkl. Biografien und Sekundärquellen)

6. Geschichte (inkl. Geschichte der Kindheit)

    6.1. Antike
    6.2. Mittelalter
    6.3. Von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart

7. Sexualität, Sozial- und Geisteswissenschaften (inkl. Recht und Medizin)

    7.1. Pornografie
    7.2. Prostitution
    7.3. „Missbrauchsindustrie“
    7.4. Masturbation

Anhang über Jacques d’Adelswärd-Fersen

Seitenverzeichnis einiger besonderer Themen